Mittwoch, 7. September 2011

Entwurmung des Hundes: Wie oft? bzw. Irrtümer.

Da das Thema immer wieder in Gesprächen mit meinen Kunden relevant ist, möchte ich dazu kurz was schreiben.

Laut tierärztlicher Empfehlung soll man seinen Hund 2-6 x im Jahr entwurmen. Die meisten verantwortungsbewußten Tierhalter kommen der Empfehlung auch nach und hab das gute Gefühl, dass sie ihren Hund geschützt haben, zumal es auf diversen Tierseiten ja auch empfohlen wird.

Doch die meisten Hundehalter denken, dass sie prophylaktisch entwurmen. Leider ist das nicht der Fall, denn die meisten Wurmmittel wirken nur bei adulten Würmern im Hund. D.h. konkret, dass  die Larven, sofern zu dem Zeitpunkt vorhanden, werden überhaupt nicht abgetötet. So kann es also sein, dass man heute einen Hund entwurmt, er aber eine Woche später Befall zeigt.

Konkret: Wurmkuren wirken nicht vorbeugend, sie wirken nur bei akutem Befall!


Was heißt das für den Hundehalter?
Im Gedanken seinem Hund etwas gutes zu tun, setzt er ihm ständig unnötigerweise einer chemischen Keule (denn nichts anderes sind ja Wurmmittel) aus und riskiert Nebenwirkungen, wie:



  • Übelkeit/Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Lethargie
  • Depressionen
  • Einige Wirkstoffe stehen in dem Verdacht Hunde mit MDR1-Defekt (-/-), wie auch Träger des defektes (+/-) schädigen zu können.
Erschwerend kommt hinzu, dass nicht jedes Wurmmittel bei jedem Wurmbefall hilft, d.h. wenn man auf Verdacht entwurmt, dann muss die Medikation entsprechend stärker sein, unnötigerweise.

Woher weiß ich, wann mein Hund Wurmbefall hat?

Hierzu sammelt man über 3 Tage Kotproben von seinem Hund und bringt diese zum Tierarzt und bittet um eine Kotprobenuntersuchung auf Würmer. Das kostet nicht mehr als die Wurmmedikamente und ist gesundheitlich schonender für die Hunde.

Als Beispiel: Wir machen 2 x im Jahr eine Kotprobenuntersuchung. Max wird jetzt 4 Jahre, Biggi ist seit einem halben Jahr bei uns. Bisher mußten meine Hunde noch nicht 1 x entwurmt werden, weil sie keinen Wurmbefall haben. In der Zeit hätte ich also ca. 13 x unnötigerweise die Chemiekeule eingesetzt.

Es gibt die Möglichkeit selbst bei Wurmbefall gesundheitlich unbedenklich zu entwurmen. Wer hier genaueres wissen möchte, der möge einen Tierheilpraktiker ansprechen. Aber auch eine normale Wurmkur ist dann in meinen Augen ok, da man gegen wirklichen Befall vorgeht und das ist realistisch gesehen eher selten notwendig.

Ich hoffe, mit diesem kleinen Bericht etwas aufklären zu können und unnötige Wurmbehandlungen zu verhindern.

Kommentare:

  1. da stimme ich dir zu 100% zu
    hier sind die sog. Empfehlungen vieler Tierärzte leider noch genau so falsch wie zum Thema Impfungen bei Hunden!
    Nur wenige Tierärzte reden Klartext und denken nicht nur ans Geld verdienen.
    Ich bin glücklicherweise bei einem von den "Guten" in Behandlung mit meinem Hund.
    Wens wirklich interessiert der kann z.B. bei den Impfherstellern mal anfragen ( stehen im Impfpass und Adressen sowie Tel. Nummern findet man immer dank Dr. Google ;-) wie die jeweilige Impfempfehlung seitens der Hersteller sind!
    Also mir ist es die "Mühe" allemal wert & mein Hund wird nicht unnötig geimpft/ entwurmt!
    l.g. Maren& dat "Kampflinchen"

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  2. Also zuerst einmal ist es doch so, dass jeder was anderes sagt. Ich entwurme meinen Hund seit Jahren alle 3-4 Monate regelmäßig mit Profender und kann mich nicht beschweren. Klappt alles, geht einfach und meine Maus ist und bleibt gesund :)

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  3. @Iklaudatio
    Vom Grundsatz her gebe ich Dir Recht, was Deine Aussage "jeder was anderes sagt" betrifft, wenn wir hier über Hundeerziehung sprechen würden. Frag 10 Hundetrainer und du bekommst zum Thema Hundeerziehung 10 verschiedene Antworten, mich eingeschlossen, denn jeder hat eine andere Vorstellung, dass ist absolut normal.
    Ansonsten stimme ich Dir auch zu bei der Aussage "geht einfach". Viele Dinge gehen einfach, deshalb sind sie noch lange nicht gut. Übersetzt kann ich Dir sagen, dass du deinen Hund alle 3-4 Monate mit Chemie zuballerst, dass ist für Dich einfach, ob es für Deinen Hund gesund ist, wäre zu bezweifeln. Nimmst Du auch alle 3-4 Monate mal ne Antibiotikakur, weil es einfach ist, obwohl Du nicht krank bist?
    Mach es doch ganz einfach ... hier sprechen wir ja nicht von persönlichen Einstellungen oder Eindrücken, sondern von Tatsachen ... frag Deinen Tierarzt:
    - ob Du Deinen Hund prophylaktisch entwurmen kannst
    - ob die Wurmkur gegen alle Arten von Würmern hilft
    - ob auch Wurmlarven abgetötet werden oder ob es nur die adulten Würmer betrifft
    - ob es sein kann, dass Du seit Jahren unnötige Tabletten verteilst, weil Dein Hund vielleicht bisher noch nie Würmer hatte

    Dein Tierarzt wird Dir all diese Fragen mit einem klaren Nein beantworten müssen. D.h. Du entwurmst und es ist gut möglich, dass Dein Hund zum Zeitpunkt der Entwurmung (was sehr wahrscheinlich ist) überhaupt keine Würmer hatte oder Du entwurmst und Dein Hund hatte Wurmlarven, welche durch die Wurmkur nicht abgetötet werden und dann schlüpfen, wenn Du fertig bist mit Deiner Wurmkur. D.h. grade entwurmt und kurz danach voll mit Würmern. Grade in Anbetracht der massiven Einwirkungen dieser Medikamente auf den Körper sollte man doch etwas kritischer mit dem Thema umgehen.

    Mir mußt Du nicht glauben aber frage einen Arzt der mit dem Thema verantwortungsbewusst umgeht und vernünftige Aufklärung leistet.

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  4. Zu dem Wurmmittel Profender solltest Du vielleicht noch das hier lesen: http://www.infohund.de/2009/12/15/profender-risiken-und-nebenwirkungen/#more-842

    und .. mit den ständigen Entwurmungen wird die Darmflora Deines Hundes zerstört, was die perfekte Grundlage für Wurmbefall legt. Ein gesunder Darm kommt nämlich mit diversen Wurmarten selber klar.

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  5. Danke für die beiden Hinweise. Ich werd wohl trotzdem dabei bleiben, für mich funktionierts gut und meinem Hund gehts auch gut dabei. Lass ihn regelmäßig untersuchen und er hat gar nichts. lg

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